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Monday, December 2, 2013

Becoming a Knitter/Strickerin werden

(Scroll down for English...)

Es war keine leere Drohung - ich habe tatsächlich begonnen, einen Pullover zu stricken.

(Meine erste Pullover-Passe)

Wie ich darauf gekommen bin?


Ein paar Argumente liefert mein letzter Post zum Thema. Von der Bekleidungsindustrie unabhängig zu sein hat diverse Vorteile.

Man trifft den eigenen Geschmack (Design) und erfüllt eigene Qualitätsansprüche (Material, Verarbeitung).

Nicht sicher bin ich mir, ob die (nicht) ausgebeuteten Arbeiter in ausländischen Textilfabriken etwas davon haben, wenn ich selbst stricke/nähe, wie auf Selbermacherblogs oft gesagt wird. Dort würde ethische Produktion mehr bringen als keine Produktion. Wenn aber durch weniger Shopping Mittel frei werden, kann man die in ethisch hergestelltes Material investieren.

Was mich zum nächsten Aspekt bringt: ich nenne das mal den „langsamen Konsum“. Wer Kleidung selbst herstellt, produziert automatisch weniger Stücke, schätzt diese mehr, behält sie länger und behandelt sie pfleglicher als Kaufkleidung – jedenfalls geht es mir so.

Ganz konkret bin ich aber auf das Stricken verfallen, weil ich mich abends oft nicht mehr zum Nähen aufraffen kann. Trotzdem möchte ich nicht nur fernsehen oder im Internet surfen, sondern etwas Produktives, Schönes, Handarbeit machen. Inzwischen ist mir aufgegangen (die reichhaltige Erfahrung meiner drei Stricktage!), wie viele Gelegenheiten es gibt, in denen man noch eine Reihe Stricken dazwischen schieben kann – im Wartezimmer, während die Kinder beim Sport sind...

(Früher habe ich manchmal gestickt, siehe hier und hier. Zwei Projekte bearbeite ich noch. Leider kommen meine alternden Augen mit den winzigen Stichen bei gemütlichem Wohnzimmerlicht nicht mehr klar.)

Die verbindende Funktion des Strickens habe ich heute auch schon erlebt – beim Arzt habe ich drei Gespräche in Gang bekommen, nur weil ich Strickzeug ausgepackt habe.

Und bei Euch? Strickt Ihr? Auch in der Öffentlichkeit?


(Beim nächsten Mal lasse ich mich über Material, Strickmuster und Anleitungen aus, die ich verwende. Bestimmt brauche ich spätestens dann Euren Rat – wie lange kann so ein Anfängerprojekt gut gehen?)

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That wasn't an idle threat; I've really started knitting a sweater!

(My first sweater yoke)

Why knit? 


Well, you've read my recent reflections. The arguments pro knitting are pretty much the same as pro sewing. The design I like in the material I prefer and a quality to my liking (I hope :-)).

Also, slow consumption – I produce less but (hopefully) like it more and therefore treat my me-made pieces well and keep them for a long time.

What sparked kniting for me right now though is that I was looking for a relaxing and still productive way to spend my evenings. I'm often too tired to sew at night, and knitting is a very couch-compatible pastime!

(I used to spend some of this time making cross stitch, see here and here. As my eyes are aging I can't do this by normal lamplight anymore. These days I prefer to cross stitch on my summer holidays in bright daylight!)

In the the few days I've been knitting I've also learned two fun facts:
  1. I had no idea how many opportunities to knit a row or two occur in a mom's typical day (waiting rooms, sports practice...).
  2. I've been out in public knitting once and had three conversations just because of it. What a social craft!

How about you, do you knit or do you think one craft is more than enough? Any fun conversations about knitting in public?


(I'll talk about my pattern, yarn and sources next time. I'm sure by then I'll need to ask some advice, too!)


Wednesday, November 27, 2013

Kleider kaufen/Buying Clothes

(scroll down for English...)

DIY und die Unfähigkeit, einzukaufen

Wann weiß man, dass man für's Selbermachen geschaffen ist? Ist es der wählerische Geschmack? Oder kommt zuerst das Selbermachen und danach will einem nichts Gekauftes mehr gefallen?

Meine Geschichte in Auszügen.

Vor ca. 25 Jahren setzte ich mir in den Kopf, einen signalroten Rollkragenpullover in klassischer Weite aus reiner Schurwolle zu erwerben. Ich dachte, so etwas müsse es doch geben. Ich fuhr nach Köln und durchkämmte die gesamte Hohe Straße und Schildergasse. Am Ende ließ ich es bleiben, so ein Kleidungsstück existierte nur für Männer.

Voriges Jahr brauchte ich eine neue Tasche. Maße und Form waren (aus praktischen Gründen) nicht verhandelbar, dass sie aus Leder sein sollte auch nicht. Die Farbe stellte ich mir zwar vor, war aber flexibel. Easy, es gibt ja jetzt das Internet. Eineinhalb Jahre habe ich gesucht, und als ich dann die Tasche fand, war es mir ehrlich gesagt egal, was sie kostete.

(Pulliwetter. 2010 an der Nordsee.)

Es ist Herbst. Das Tochterkind friert, trotz Fleecelagen. Macht nichts, es gibt ja Pullover zu kaufen. Baumwolle hilft natürlich nicht, es sollte schon Wolle sein. Und schmal und ihr zumindest theoretisch gefallen. Der Baumwollwirtschaft geht es offenbar gut, der Kunststoffindustrie ebenfalls und vielleicht ja auch den Schafen, denn für Kinderpullover geben sie ihr Vlies jedenfalls nicht her.

Lange Rede, kurzer Sinn:

Ich lerne jetzt stricken!

(Die ganze Wahrheit: meine Mutter hat genäht, meine Oma hat gestrickt. Vielleicht konnte das mit mir und Kaufklamotten gar nichts werden.)


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DIY and the (Un-) Ability to Buy Things


What comes first, that particular taste that makes it impossible to find what one wants on sales racks? Or the practise of DIY that refines one's taste to the point where RTW just won't do?


A few bits of my story:

About 25 years ago, I set out to buy a pure wool red turtleneck sweater. I combed the Cologne high street (one of Germany's biggest shopping centers), to no avail. Such a garment existed only in men's sizes.

Last year I needed a bag in specific shape and measurements – for practical reasons. I wanted leather, I was less fixated on the color. Easy-peasy since there's Internet shopping now, right? It took me one and a half years to find the bag, and I hardly cared about the price when I finally found it.

(Sweater weather. 2010 at the North Sea.)

It's fall and DD is always cold, despite wearing layers of fleece. So I set out to buy her a woollen sweater, slim cut for layering. Not hard, is it? Ha ha ha. Take cotton/poly/acrylic or leave it.

The moral of this story?

I'm learning to knit!

(Full disclosure: I had a sewing mom and a knitting granny. Maybe my taste for RTW was spoilt in the cradle.)

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